Vereinsgeschichte der Turn- und Sportgemeinde 1861 e.V. Oberursel

Details

Gründung „Turnverein Oberursel"

1861: Gründungsjahr des Vereins. Wie es dazu kam, ist in der Festschrift zum 50jährigen Jubiläum des Turnvereins Oberursel wie folgt beschrieben:
Standen da eines schönen Tages im Vorfrühling 1861 einige junge Bürgersöhne in sonntäglicher Ruhe am Rahmtor, als eine Schar junger, kräftiger Gestalten im schlichten weißen Linnengewande angewandert kam und dadurch sowie durch ihr frisches Auftreten, die Aufmerksamkeit auf sich lenkten. Es waren Mitglieder der Turngemeinde Bockenheim, und sie hielten Einkehr im Felsenkeller (damals Kamper‘ schen Lokale, 1911 Ratskeller, heute Vordertaunusmuseum, Marktplatz 1). Die fröhlichen Turnerlieder zogen die eingangs erwähnten jungen Leute dahin, und die Bockenheimer verstanden es, im rasch hergestellten geselligen Verkehr, für die Sache Jahns Begeisterung zu entfachen, das Feld vorzubereiten, so daß es den kurz darauf auf fröhliche Wanderfahrt hier weilenden Turnern der Frankfurter Turngemeinde nicht mehr schwer wurde, die Gründung in die Wege zu leiten.
Im Gründungsjahr gehörten dem Verein 44 Mitglieder an.

Gründung der „Turngesellschaft"

1884: Wegen Differenzen, meist persönlicher Natur, nahmen einige Mitglieder des Turnvereins Oberursel in diesem Jahr Veranlassung auszutreten und einen neuen Verein, die „Turngesellschaft" zu gründen.

1933: Zwangsweise Zusammenlegung des Turnvereins Oberursel und der Turngesellschaft zu einem neuen Verein: „Jahngemeinde Oberursel". Die Jahngemeinde Oberursel bestand, wie alle Leibesübungen treibende Vereine, bis zum Jahre 1945. Sie unterstanden dem „Reichsbund für Leibeserziehung".

Gründung der Turn- und Sportgemeinde 1861 e.V. Oberursel

1946: Am 7. Mai 1946 hat eine von fünfzig Mitgliedern besuchte Versammlung der „Jahngemeinschaft" einstimmig beschlossen, die Tätigkeit des Vereins wieder aufleben zu lassen. In zeitgemäßem Rahmen wurde unter dem Namen Turn- und Sportgemeinde 1861 e.V. Oberursel (Taunus) der Verein neu gegründet.

1862: Am 24.08.1862 wurde das Vereinsbanner in den Farben schwarz-rot-gold unter der Teilnahme von 25 Vereinen und der gesamten Einwohnerschaft Oberursels eingeweiht. Das Banner wurde hergestellt von Bernhard Göttich, Mainz, zum Preis von 300 Gulden.

1878: Teilnahme des Vereins am 25jährigen Jübiläums-Feldbergfest. Die 24 Teilnehmer marschierten geschlossen vom Schulhof zum Feldberg. Von 6 Turnern errangen 3 Turner Siege.

1885: In diesem Jahr erwarb die Turngesellschaft einen Turnplatz an der jetzigen Schillerstraße und errichtete auf dem Grundstück eine kleine Turnhalle.

1886: Am 25 Juli 1886 wurde das 25jährige Jubiläum des Turnvereins Oberursel mit starker Teilnahme der Oberurseler Bevölkerung gefeiert.

1893: Der Turnverein Oberursel wechselte nach 32 Jahren sein Vereinslokal. Vom „Felsenkeller" (heute Vortaunusmuseum, Marktplatz 1) wurde in das Gasthaus „Zum Schwanen (Gastwirt Johann Ochs) umgezogen.

1896: Der Turnverein erwarb einen Platz an der Oberhöchstadter Straße, auf dem derzeit die Evangelische Kirche steht. Das Gelände wurde während der Sommermonate als Turnplatz genutzt.

1911: 50jähriges Jubiläum des Turnvereins Oberursel. Das Jubiläum fand am 1.-3. Juli 1911 statt. Die Turngesellschaft kaufte an der Gartenstraße (heute Korfstraße) ein Grundstück und baute das Vereinshaus mit Turnhalle.

1913: In diesem Jahr erwarb der Turnverein Oberursel das Gartenrestaurant „Zum Kaisergarten" in der Allee/Ecke Nassauer Straße und blieb hier bis zum Verkauf des Grundstückes im Jahre 1922.

1927: Der Turnverein Oberursel erwarb ein Grundstück (ca. 7000 qm) an der Altkönigstraße, dem heutigen Sportplatz.

1946: Nach der Gründung der Turn- und Sportgemeinde 1861 e.V. Oberursel im Mai 1946 übernahm der neue Verein das Vereinshaus mit Turnhalle. Bis dahin dienten die Gebäude als Lazarett und Materiallager. Während des Krieges wurde das Haus stark beschädigt. Es mußte gründlich renoviert und vergrößert werden. Dies geschah teilweise in tatkräftiger Eigenhilfe von Mitgliedern und Freunden des Vereins.

1953: Am 26 Juli 1953 wurde der vergrößerte Sportplatz (20164 qm) an der Altkönigstraße mit einem Schauturnen aller Abteilungen eingeweiht.